Usingen von A-Z

28 Ahorne und 48 Eichen

PFLANZAKTION Hochzeitswald wächst auch mit den Bäumen zur Geburt eines Kindes

WILHELMSDORF - Regenschirm, Jacke, Handschuhe und eine Schaufel – das waren die Accessoires für den Samstagvormittag. Die Stadt hatte frisch verheiratete Ehepaare sowie Eltern eingeladen, im Hochzeitswald als eine bleibende Erinnerung an die Hochzeit oder die Geburt eines Kindes einen Baum zu pflanzen. Für Ehepaare gab es einen Bergahorn, für die Geburten eine Eiche.

28 Bergahorne und 48 Eichen fanden im Laufe des nass-kalten Vormittags ihren Weg in die neue Heimat. Gepflanzt wurde zum zweiten Mal in Wilhelmsdorf in der Abteilung Steinkaut. Revierförster Karl-Matthias Groß kam wieder in seiner historischen Försteruniform und blies zum Auftakt der Veranstaltung in sein Horn.

Er erläuterte den Besuchern, dass schon vor 200 Jahren, zu Zeiten von Fürst Walrad also, dieser seine Untertanen dazu aufgerufen habe, Bäume einmal im Jahr zu pflanzen. „Diese Eichen sind heute noch im Usinger Stadtwald zu finden“, erklärte der Förster und gab zu, dass es ihn sehr interessieren würde zu wissen, in welcher Uniform einst ein Förster in 200 Jahren gewandet sein werde.

Bürgermeister Steffen Wernard begrüßte alle herzlich bei dieser Traditionsveranstaltung, die in den 90er-Jahren von Bürgermeisterin Eva-Maria Tempelhahn reaktiviert worden sei.

Die Eiche stehe für Langlebigkeit und Robustheit und er wünsche sich, dass die Kinder, die mit diesem Baum gleichsam gemeinsam aufwachsen, fest im Leben stünden und verwurzelt seien, so Wernard. Die Eiche war früher ein wichtiger Nahrungsbaum: Die Eicheln ernährten den Menschen als Brotmehl oder zu Fleisch veredelt über die Eichelmast für Schweine. Die kräftige, tiefe Wurzel des Baumes gilt als Sinnbild für Standhaftigkeit.

Der Bergahorn steht für Leichtigkeit und wird als Klangholz für viele Instrumente genutzt. Er soll außerdem ein langes und glückliches Eheleben symbolisieren.

Mit guten Tipps für das richtige Pflanzen konnte Sigrid Büschken vom Grünamt der Stadt helfen, und Swen Blaschke vom Bauhof überreichte die Urkunden, die an diesen besonderen Tag erinnern sollen. Alle Bäume erhalten zudem eine Plakette mit den Daten der Eheschließung oder Geburt des Kindes.

Schon den dritten Baum gepflanzt hat Familie Felber. Opa Josef Felber half Tochter Stefanie dabei, das Loch für die Eiche zu graben. Laura Felber hat ihren Baum, genau wie den Baum zur Eheschließung der Eltern, im „alten“ Hochzeitswald am Hattsteinweiher. Dieses Mal war der Baum für Nils gedacht, der aber krank und deshalb mit Papa Thomas zu Hause geblieben war. Die beiden Bäume am Hattsteinweiher, so Stefanie Felber, „besuchen wir regelmäßig und wenn Nils wieder gesund ist, werden wir ihm auch den Baum hier in Wilhelmsdorf zeigen“.

Der Schützenverein 1422 Usingen sorgte wieder für das leibliche Wohl der nach der Pflanzaktion hungrigen Besucher.

Die Verpflegung war kostenlos. Wer wollte, konnte für die Jugendarbeit der Schützen etwas spenden.

BU: Opa Josef Felber, Stefanie Felber mit Tochter Laura und Oma Marianne Felber beim Pflanzen der Eiche für den erkrankten Nils Felber.
Foto: Jung

Datum: 14.11.2017
Autor: Christina Jung
Quelle: Usinger Anzeiger
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