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Vier Tage nach der Katastrophenübung in Usingen Kreisbrandinspektor Carsten Lauer im Interview

USINGEN - Wenige Tage ist es her, als im Usinger Land eine der größten Katastrophenschutzübungen stattfand, die der Hochtaunus seit etwa 30 Jahren gesehen hat. Die riesige Dimension, die beinhaltete, Feuerwehr, die Rettungsdienste und auch die Krankenhäuser in die Katastrophenübung einzubeziehen, machten sie zu einem kolossalen Organisationskunststück. Die Übung lieferte für alle Beteiligten gute Einblicke, was im Zusammenspiel aller Institutionen gut klappte, was in Zukunft verbesserungswürdig ist oder wo es sogar hakte und kritisch wurde. Kreisbrandinspektor Carsten Lauer äußert sich dazu im Gespräch mit dem Usinger Anzeiger:

Herr Lauer, drei Tage sind seit der Katastrophenschutzübung nun vergangen. Zeit ein Resümee zu ziehen.

Für mich war diese Übung eindrucksvoll und die größte Übung, die ich bisher im Hochtaunuskreis erlebt habe. Es hat sehr gut geklappt, wir kamen mit der Planung sehr gut hin. Natürlich haben wir die Einsatzkräfte etwas überrascht, aber dann haben sie die Übung alle sehr ernst genommen. Wir können nun wichtige Erkenntnisse gewinnen und in den nächsten Wochen auswerten. Danach wollen wir das Gesamtergebnis besprechen und die Schwachstellen angehen, die uns zeigten, wo wir nachsteuern müssen.

Wo zum Beispiel muss man denn nachsteuern?

Ein ganz wichtiger Punkt ist vor allem die Kommunikation zwischen Beteiligten. Wir müssen die Mitarbeiter schulen, dass die Meldestränge funktionieren und dass Absprachen in so schwierigen Situationen reibungslos ablaufen. Es war wirklich ein anspruchsvoller Einsatz und sehr schweres Terrain für das Szenario. Wir haben erkannt, dass man in der eigenen Einsatzplanung einfach mal vordefiniert, was man in solchen Szenarien erwartet. Beispielsweise: Wo kann man die Zelte aufstellen. Denn in diesem Fall war es im Nahbereich unmöglich, wie wir erkennen mussten. Die Straße war dafür viel zu eng, das Bankett nicht verdichtet. Natürlich kam da noch das abgerutschte Fahrzeug dazu, das die Straße blockiert hat und somit fast ein gordischer Knoten entstanden ist, da alle wenden mussten. Denn eigentlich war geplant, dass die Abfahrt in zwei Richtungen möglich gewesen wäre. In Zukunft würden wir die Leichtverletzten zum Beispiel alle in einen Mannschaftsbus reinsetzen und dann in ein Zelt fahren, welches wenige Kilometer entfernt aufgestellt wurde. Dort könnten sie dann erstversorgt werden.

Wie war sonst die Resonanz auf die Übung, die sie bisher erhalten haben?

Wir haben sehr viel positive Resonanz von Einsatzleuten bekommen. Viele waren dankbar, dass so was in dieser Darstellungstiefe geübt wird, selbst dann, wenn es kalt, aber Gott sei Dank trocken war. Auch die Polizei war ja aktiv mit eingebunden, denn die haben parallel zu uns mit ihrem Führungsbereich Westhessen geübt und einen Hubschrauber sowie ein paar Dokumentationsteams mit Rucksackkameras mitgeschickt. Natürlich haben auch einige leicht bekleidetere Darsteller gefroren, weil es schon recht kühl war. Erfroren aber wären sie sicherlich nicht (lacht).

Datum: 14.11.2017
Autor: Inka Friedrich
Quelle: Usinger Anzeiger
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